Das Pilotprojekt Mach mit! richtet sich an Familien, die bisher schwer erreichbar sind – insbesondere isoliert lebende oder zugewanderte Eltern. Geschulte Peers gehen aktiv auf diese Familien zu, informieren sie über Angebote der Familienzentren und schaffen niederschwellige Zugänge. Der erste Kontakt erfolgt spielerisch über themenzentrierte Aktivitäten, die den Austausch erleichtern und Interesse wecken.
Bei Bedarf begleiten die Peers Eltern persönlich zu den Treffen und unterstützen sie dabei, neue Kontakte zu knüpfen und Orientierung zu finden. Die Eltern-Kind-Treffen bieten Raum für Austausch, gegenseitige Beratung und gemeinsames Lernen im Alltag. Im Mittelpunkt stehen die Stärkung von Erziehungskompetenzen sowie Themen wie Gesundheit, Bildung, Stressbewältigung oder Mehrsprachigkeit.
So fördert Mach mit! nicht nur die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch die Vernetzung von Familien untereinander – und trägt zu mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit bei.
Was wollen wir mit dem Projekt?
Die Erreichbarkeit isoliert lebender sowie zugewanderter Familien stellt Familienzentren und andere Organisationen vor strukturelle und kommunikative Herausforderungen.
Im Rahmen des Projekts werden orts- und kultursensible Peers geschult, um aktiv auf Familien zuzugehen und sie über die Angebote des Familienzentrums oder ein anderes Angebot zu informieren.
Der Erstkontakt erfolgt niederschwellig über ein themenzentriertes Spiel. Bei Bedarf begleiten die Peers Eltern persönlich zu den Angeboten vor Ort und nehmen an den Treffen teil.
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Module mit aktuellen Inhalten
Die Angebote können der nonformalen, niederschwelligen Elternbildung zugeordnet werden.
Fachpersonen resp. Multiplikator:innen werden methodisch und inhaltlich weitergebildet, um Eltern-Kind-Treffen zu unterschiedlichen alltagsnahen Themen umzusetzen. Im Zentrum stehen der Austausch unter den Teilnehmenden sowie ein informelles, erfahrungsbasiertes Lernen.
Weiterlesen: Informationen zu den Eltern-Kind-Gruppen
Das Projekt muss leider aus finanziellen Gründen sistiert werden.
Informationen zum Projekt
Die Umsetzung
Die Module können in Familienzentren, Eltern-Treffs, Angeboten von Frauenvereinen, Spielgruppen, Kitas etc. angeboten werden.
Netzwerk Bildung und Familie unterstützt die Ausbildung der Peers und führt die Betriebsleitungen respektive eine für die Angebote verantwortliche Person ein.
Die Umsetzung erfolgt mit Multiplikator:innen vor Ort z. B. Spielgruppenleiter:innen, Mütter- /Väterberater:innen, sozialpädagogischen Familienbegleiter:innen, etc.
Anforderungen an die Leitungspersonen und Multiplikator:innen
Leitungspersonen von Eltern-Kind-Gruppen haben Erfahrungen folgenden Bereichen:
- Leitung von Elterngruppen mit Eltern mit Kindern im Vorschulter im Dialog.
- Erfahrungen in der Arbeit mit Migrationsfamilien, armutsbetroffenen Familien,
- Vernetzung mit Fachstelle aus den Bereichen Gesundheitsförderung und Prävention, Erziehung, Entwicklung von Kindern in den ersten Lebensjahren, Vereinbarkeit Beruf und Familie, das lokale Bildungssystem etc.
Multiplikator:innen haben im Rahmen ihrer Tätigkeit Zugang zu den Familien. Sie empfehlen ihnen den Besuch von Angeboten oder bieten sie in ihrer Rolle als Mütter-/Väterberater:in, Spielgruppenleiter:in, sozialpäd.ag. Familienbegleiter:in, Heilpädagog:in etc. selbst an. Sie verfügen über soziale, kommunikative, fachliche und methodische Kompetenzen. Siel moderieren den Austausch unter den Eltern im Dialog und bringen bei Bedarf ihr Fachwissen ein.
Anforderungen und Rahmenbedingungen für die Peers
Schlüsselpersonen oder Peers sind Einzelpersonen mit einer engen Verbindung zu einer Sprache- und/oder Migrationsgruppe. Sie nehmen innerhalb dieser Gemeinschaft eine akzeptierte und bekannte Position ein. Gleichzeitig sind sie in der Schweiz bzw. in ihrer Wohnregion gut integriert. Meist handelt es sich um Personen mit einem Migrationshintergrund. Sie verfügen in der Regel über keine gezielte Ausbildung für die entsprechenden Tätigkeiten (Kanton Thurgau, Amt für Gesundheit, 2017). Häufig wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff «Brückenbauer:in» verwendet.t.
Thematische Module
Thematische Schwerpunkte der Gruppenangebote sind: Bewegung, Haushaltsbudgetierung, digitale Medien, Mehrsprachigkeit, der Übergang in den Kindergarten sowie spielerisches Lernen.
Durch Kooperationen mit lokal verankerten Fachpersonen und etablierten Organisationen wird sichergestellt, dass die Angebote niedrigschwellig gestaltet und möglichst kostenfrei für die Zielgruppe bereitgestellt werden können.
Der Pilot startet mit dem Thema «Bewegte Kindheit». Die Inhalte wurden in enger Zusammenarbeit mit Jasmin Ecknauer, Fachstelle Frühe Kindheit, Spass und & Bewegung für Kinder, St. Gallen, entwickelt.
Unterlagen Module Bewegung und Sprachförderung
Elternheft Kindheit in Bewegung
Arbeitshilfe «Sprache fördern. Dazugehören. Mitreden»
Definitionen
Elternkompetenzen
Der Begriff Erziehungskompetenzen wird ergänzt durch Kompetenzen der Eltern, die nötig sind, um ein Kind beim Aufwachsen zu begleiten. Fuhrer (2007) formuliert die folgenden Kompetenzen: Entwicklungskompetenzen, Selbst-, Beziehungs- und Familienkompetenzen und die Soziale Netzwerk-Kompetenzen. Bereiche wie Gesundheit, Bildung, Berufswahl, Umgang mit Stress und Konflikten, Orientierung in der Gesellschaft, digitale Medien, Generationenfragen und Future Skills etc. werden nach Samochowiec (2020) ebenfalls abgedeckt.
Der Eltern-(Kind)-Treff oder Eltern-Kind-Gruppen
sind meist informelle Treffen von Eltern, die sich austauschen, beraten oder unterstützen möchten. Sie bieten Raum für Gespräche über Erziehung, Herausforderungen im Familienleben und den Austausch von Erfahrungen.
Oft werden Elterntreffs von Fachpersonen geleitet und begleitet, die Informationen und Unterstützung anbieten. Die Kinder werden in Aktivitäten einbezogen, erleben eigene Spielanregungen oder werden in einer Kinderhüeti betreut.
Angebote im Eltern-Kind-Treff richten sich an Mütter, Väter und weitere Bezugspersonen und deren Kinder.
